How to: Emergency Data Recovery

Er ist mir tatsächlich passiert, der Supergau. Ich habe aus Versehen einen Ordner komplett gelöscht, und es war ein Ordner mit vielen, vielen Dokumenten – alle weg! Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte Glück und hab alle meine Daten wieder bekommen. Für alle, die sich ebenfalls in dieser misslichen Lage wiederfinden sollten deshalb meine Tips:

  1. Nichts mehr anrühren! Nicht ausschalten, nichts speichern, nichts schreiben oder sonstwas machen!
  2. Sofort Joscha anrufen. (Ok, kleiner Scherz…)
  3. Data Rescue 3 kaufen! (kostet 99$, aber es lohnt sich!)

http://www.prosofteng.com/products/data_rescue.php


Data Rescue 3 hat tatsächlich den kompletten Ordner (und noch vieles mehr) wiederhergestellt. Es hat ein paar Stunden gedauert, dann war alles wieder da. Wahrscheinlich war es mein Glück, dass ich – wie oben erwähnt – sofort Joscha angerufen hab, der mir eindringlichst klar gemacht hat, dass ich jetzt nichts mehr speichern darf, damit auf der Festplatte nichts überschrieben wird. Wir waren trotzdem beide überrascht, wie gut es funktioniert.

Der Vollständigkeit halber muss ich erwähnen, dass ich leider zuerst ein anderes Programm runtergeladen hatte, nämlich Boomerang. Boomerang kostet auch 99$, hat aber nichts gefunden.

Also gut, was habe ich aus dieser Erfahrung gelernt?

  1. Man muss immer (mindestens) ein Backup machen von allem, was wichig ist!
  2. Man muss immer (mindestens) ein Backup machen von allem, was wichig ist!
  3. Wenn die Katastrophe da ist: Data Rescue 3 is the way to go!

 


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“Oh, the Things I Know” – Teil 2

Dies ist mein zweiter Beitrag aus der Reihe “Oh, the Things I Know”, in der ich Teile von Al Franken’s gleichnamigen Buch übersetze. Die folgende Passage schließt unmittelbar an den Abschnitt aus der ersten Folge an.

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Unter den zahlreichen Feldern, in denen ich erfolgreich bin, ist auch das des öffentlichen Redners. Jedes Jahr halte ich hunderte von Reden vor Firmen, Handelsgesellschaften und, mein Favorit, an Universitäten. Tatsächlich befinde ich mich in diesem Moment an Bord eines Flugzeugs und schreibe dieses Buch während einer „Verschnaufpause“ auf dem Weg nach Spokane, Washington, wo ich vor Studenten am Gonzaga College meine Standardrede „Gewinner werden nicht geboren, sie werden gemacht“ halten werde.

Aber ich war nicht immer so gefragt als Redner. Besonders nach einer Reihe von katastrophalen Reden, die ich in den frühen 80er Jahren gehalten habe. Das waren Fehler. Und ich habe aus ihnen gelernt.

Nehmen wir zum Beispiel die erste Rede, die ich jemals gehalten habe. Es war an der Technischen Universität von Hartford, wo ich in letzter Minute als Ersatz für Staatssekretär der Marine Warren Untermeyer engagiert wurde, der durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall aufgehalten worden war. Lustige Geschichte. Die Nachricht, die meine Haushälterin mir gab veranlasste mich zu glauben, dass ich in Harvard, und nicht in Harford an der Technischen Universität sprechen würde. Bis das aufgeklärt und ich in Hartford angekommen war, aus New York via Cambridge, war ich so müde, enttäuscht und, offen gesagt, wütend auf die Absolventen, dass ich befürchte, meinen Gefühlen ein gewisses Mitspracherecht an der Entscheidung über die Art meiner Ansprache erlaubt zu haben. Ich nahm die Abschlussklasse der HTU dieses Jahres hart ran.

Ich begann mit einem Zitat von Goethe, dessen bekanntestes Werk Die Leiden des jungen Werther, von der Depression und letzlich vom Suizid eines besessenen Universitätsstudenten handelt. Hier also ist meine erste und zweit- erfolgloseste Rede.

 

Als man mir anbot, an der Technischen Universität von Hartford zu sprechen, packte ich die Gelegenheit beim Schopf. Denn, wissen Sie, ich dachte man hätte mir angeboten in Harvard zu sprechen, was eine grosse Ehre gewesen wäre. Stattdessen stehe ich jetzt vor Ihnen, den zukünftigen Installateuren von Klimaanlagen der Nation. Lassen Sie uns versuchen, das Beste daraus zu machen.

Goethe sagte einmal “Ein unnütz Leben ist ein früher Tod.” Nach Goethes Masstäben  sind die meisten von Ihnen bereits tot. Denn die meisten von Ihnen werden ein unnützes Leben führen. Du, Du und Du. (An dieser Stelle zeigte ich auf einige besonders unnütz aussehende Absolventen und dann auf einen Mann, der, wie ich später erfuhr, Dr. Jonas Salk war, Entdecker des Polioimpfstoffes, der anwesend war um die Ehrendoktorwürde zu erhalten und eine ernsthafte Rede zu halten, im Gegensatz zu meiner, wie man vermutete, humorvollen.)

Wenn Dr. Jonas Salk hier wäre, dann würde er Ihnen sagen, dass der Schlüssel zu einem sinvollen Leben darin liegt, das Unerwartete zu erwarten. (Jetzt fuhr ich fort, indem ich einige Anekdoten über die Entdeckung des Polioimpfstoffes erzählte, die Dr. Salk geplant hatte, selbst zu erzählen, und erweiterte so das Ausmaß des Disasters.)

Aber zurück zu Goethe, und bedenken Sie, dass ich diese Rede ursprünglich für Harvard Studenten geschrieben habe, sie wird also wahrscheinlich zu hoch für Sie sein.

 

Als die Buhrufe begannen wurde ich feindselig und offenkundig aggressiv und beendete meine Rede inmitten eines Sturms von Pfiffen und Wurfobjekten, indem ich den Absolventen und deren Angehörigen den Finger zeigte.
 

Lassen Sie uns einen Blick auf die Fehler werfen, die ich gemacht habe. Zuerst mal wäre da meine Haushälterin, die für das ganze Debakel verantwortlich war. Sie musste gehen. Zweitens, mit einer unerwarteten Situation konfrontiert (in Hartfort zu sprechen, anstatt in Harvard), beging ich eine Kurzschlusshandlung, anstatt zu versuchen, mich den Begebenheiten anzupassen, wie Dr. Jonas Salk es getan hätte. Aber habe ich aus meinen Fehglern gelernt? Ja und nein, aber hauptsächlich nein.

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Welcher Teufel hat ihn denn da geritten?

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Der Papst ex-exkommuniziert einen englischen Priester, der den Holocaust verleugnet und ausserdem behauptet: “I believe there were no gas chambers.” Für alle, die nicht so gut englisch sprechen: “Ich glaube nicht, dass es Gaskammern gab.” 
Williamson gehört zur Priesterbrüderschaft Pius X. und wurde zusammen mit vier weiteren Priestern der Brüderschaft 1988 exkommuniziert. Nur um eine Annäherung mit den Anhängern der Brüderschaft Pius X. zu erreichen, so der Pressesprecher des Vatikans, sei die Exkommunikation jetzt wieder zurückgenommen worden. Aber hätte es dann nicht auch gereicht, die anderen drei wieder in die Kirche aufzunehmen? Schließlich distanziert sich sogar die Brüderschaft Pius X. selber von den Aussagen Williamsons.
Papst Benedikt hat jetzt reagiert und in seiner Generalaudienz den Holocaust ausdrücklich verurteilt und seine Solidarität zu den Juden erklärt. Direkt auf Williams Bezug genommen hat er aber nicht. Ist das etwa nicht widersprüchlich? Wie solidarisch mit den Juden kann einer sein, der einen klar antisemitischen Mann rehabilitiert?

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“Oh, the Things I know”

Ich bin ein grosser Fan von Al Franken, einem amerikanischen Satiriker und mittlerweile auch Politiker, der bekannt wurde als einer der Mitbegründer der legendären Saturday Night Live Show. Neben seiner Arbeit im Fernsehen hat er zahlreiche Bücher geschrieben und sein politisches Engagement führte schließlich im November 2008 zu seiner Wahl zum Senator des US Bundesstaats Minnesota.
In den USA eine feste Grösse kennt ihn hierzulande kaum jemand. Da überrascht es auch nicht, dass seine Bücher nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Deshalb habe ich das jetzt selbst in die Hand genommen. Hier also meine Übersetzung eines Auschnitts aus dem ersten Kapitel von “Oh, the Things I Know”, einem seiner nicht politischen Bücher. Das Kapitel trägt den Titel “Oh, the Mistakes You’ll Keep Repeating”.

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Lassen sie mich gleich zu Anfang einige Missverständnisse darüber aufklären, wer einen Ratgeber schreiben sollte und wer nicht. Es bringt zum Beispiel nichts, den Rat eines hoffnungslosen Versagers einzuholen. Die Lebenserfahrung eines hoffnungslosen Versagers beschränkt sich auf einen einzigen Modus, den Hoffnungslosen-Versager-Modus, und deshalb kann er nur Negativratschläge geben:”Mach’s nicht wie ich”. “Tu dies nicht.” “Tu das nicht.” Und ganz egal was hoffnungslose Versager behaupten, im Leben geht es viel mehr darum, zu entscheiden, was man tun sollte, als darum, was man nicht tun sollte.
Andererseits haben aber auch Supererfolgreiche nur wenig zu bieten, wenn es darum geht, ganz normalen Menschen einen praktischen Rat zu geben. Weil sie so supererfolgreich sind, sind sie so weit weg von dem, womit wir Normalsterblichen uns herumschlagen und ihr Ratschlag bezieht sich auf derart abgehobene Angelegenheiten, dass er nur für andere Supererfolgreiche interessant ist. Wer zum Beispiel würde nicht gern wissen, wie man den entscheidenden Fragen der Inneneinrichtung eines Privatjets begegnet. Ich erinnere mich, 1 1/2 Tage damit verschwendet zu haben, Paul Allens “Sollten die Sitze zueinenander oder nach vorn gerichtet sein?” zu lesen. (Die Antwort ist übrigens, dass es Drehsitze sein sollten, die für Start und Landung festgestellt werden können.)
Nein, der ideale Autor für einen Ratgeber ist jemand wie ich. Denn ich bin sehr erfolgreich aber fliege immer noch Linie – wenn auch erste Klasse – vom gemeinen Volk nur durch einen dünnen Vorhang getrennt. Ich weiß, wie es ist, zu kämpfen, oder kann mich wenigstens noch dunkel erinnern. Als erfolgreicher Mann muss ich jeden Tag Entscheidungen treffen und praktische Ratschläge in die Tat umsetzen. Ratschläge, die ich gedenke, an Sie weiter zu geben. Und trotzdem bin ich nicht so ungeheuer erfolgreich, dass ich nicht die Zeit hätte, dieses Buch zu schreiben. Oder es zumindest zu diktieren.
Manche Leser könnten meinen, dass, weil ich so erfolgreich bin, ich noch nie einen Fehler gemacht habe. Wenn Sie zu diesen Leuten gehören, dann sollten Sie jetzt aufhören, zu lesen, denn offen gesagt, Sie sind ein hoffnungsloser Fall. Sogar die erfolgreichsten Menschen machen Fehler, und manche haben sogar aus ihnen gelernt.
Die meisten Menschen würden zum Beispiel den Gründer von Microsoft, Bill Gates, für erfolgreich halten. Und wenn man Erfolg mit Wohlstand, Macht und einem ausgeglichenen, glücklichen Leben gleichsetzt, und damit, eine Rolle als Philanthropist und hochangesehener Denker in der Gesellschaft auszufüllen, dann würde ich sagen, ja, Bill Gates ist erfolgreich. Aber lassen Sie uns darüber jetzt nicht diskutieren.


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Manchmal wär ich gern…





… ein Amerikaner, denn die haben so eine schöne Art, Sachen auszudrücken. So kurz und prägnant, ganz ohne Umschweife. “No-brainer” ist so ein Ausdruck. That’s a no-brainer! Was für ein Satz. Da ist alles gesagt, und es hat nicht mal zwei Sekunden gedauert. Übersetzt bedeutet das so viel wie “Das ist ganz klar, da muss man nicht lange drüber nachdenken”. Die Aussage ist die gleiche, aber verglichen mit “That’s a no-brainer” kommt das ganz schön ungelenk daher. Man könnte versuchen etwas zu sagen wie “Keine Frage!” oder “Aber hallo!”, aber verglichen mit “That’s a no-brainer” bleibt das unbefriedigend. Auch wenn man versteht, was gemeint ist – es bringt die Sache einfach nicht auf den Punkt.

Es hilft alles nichts, ich muss mich damit abfinden: dieser Ausdruck bleibt mir verwehrt, solange ich mich weiter der deutschen Sprache bediene. Vielleicht fällt mir ja doch noch was ein. Und bis dahin kann ich’s immerhin machen wie die Schwaben. Die treffen es noch am besten, wenn sie sagen: “Brauch’mer nix schwätze!”

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